Welche Therapien wirken? Die Evidenz-Ampel
Welche Therapie hilft meinem Kind wirklich? Die Studie „State of the Evidence Traffic Lights 2019“ gibt darauf die bisher umfassendste Antwort. Wir haben sie als interaktive Grafik aufbereitet.
Die Studie
Ein internationales Forschungsteam um Iona Novak hat über 200 systematische Übersichtsarbeiten aus den Jahren 2012 bis 2019 ausgewertet. Untersucht wurde, welche Maßnahmen Zerebralparese (CP) vorbeugen und welche Therapien Kindern mit CP nachweislich helfen – von Motorik und Muskelspannung über Schmerz, Schlaf und Essen bis zu Kommunikation und der Unterstützung der Eltern.
So funktioniert die Ampel
- Grün: Hochwertige Studien zeigen, dass es wirkt.
- Gelb: Es gibt Hinweise, aber die Evidenz ist noch nicht sicher. Ergebnisse beim Kind regelmäßig messen.
- Rot: Hochwertige Studien zeigen fehlende Wirksamkeit oder Schaden.
Was grün ist
Grünes Licht bekommen vor allem aktive Therapien, bei denen das Kind selbst übt – zum Beispiel:
- Constraint-Induced Movement Therapy (CIMT) und beidhändiges Training
- zielorientiertes und aufgabenspezifisches Training
- Heimprogramme und eine anregende Umgebung
- Mobilitäts-, Kraft- und Laufbandtraining
Die meisten der rund 250 untersuchten Maßnahmen sind gelb. Das heißt nicht, dass sie nicht wirken, sondern dass es noch zu wenig gute Studien gibt.
Warum das für Familien wichtig ist
Zeit ist in den ersten Lebensjahren besonders wertvoll. Die Evidenz-Ampel hilft Eltern und Therapeut:innen, gemeinsam die Therapien zu wählen, die am besten belegt sind. Fragen Sie bei Ihrem nächsten Termin gezielt nach.
Quelle: Novak I, Morgan C, Fahey M, et al. State of the Evidence Traffic Lights 2019: Systematic Review of Interventions for Preventing and Treating Children with Cerebral Palsy. Curr Neurol Neurosci Rep. 2020;20:3.