Die Diagnose verstehen
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Jede neurologische Erkrankung ist individuell. Darum ist es wichtig, rasch eine Fachärztin des Vertrauens zu finden. Early Intervention hat sich auf Zerebralparese – frühkindliche Verletzungen des Gehirns vor der Geburt bis zum 3. Lebensjahr – fokussiert.
Eine rasche Diagnose, um möglichst früh mit der Intervention zu beginnen, um Spätfolgen abzumindern, ist jedoch bei allen neurologischen und genetischen Erkrankungen gleich wichtig. Denn auch bei seltenen Stoffwechsel-Erkrankungen ist eine rasche medikamentöse Einstellung wichtig.
Was ist eine infantile Zerebralparese?
Eine zerebrale Bewegungsstörung bedeutet, dass ihr Kind eine Verletzung im Bereich des motorischen Bereichs im Gehirn hat. Es können aber auch andere Regionen betroffen sein und die Kommunikation oder Kognition beeinträchtigen.
In den USA und in Nord-Europa hat man es sich mit CP-Edit (Early Diagnosis and Intervention Trial) zum Ziel gesetzt, so früh wie möglich zu diagnostizieren und gemeinsam mit den Eltern einen individuellen Therapieplan zu erstellen.
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Man unterscheidet zwischen Zerebralparese (angeborene oder sehr früh erworbene Hirnverletzung) und kindlichem Schlaganfall, eine zu einem späteren Zeitpunkt in der Kindheit auftretende Hirnblutung.
Im Falle eines Akut Schlaganfalls ist eine „Früh-Reha“ notwendig – eine Intensivbehandlung und Betreuung, um Schäden zu begrenzen.
Im Falle eines vergangenen Ereignisses, also einer Hirnblutung in der Schwangerschaft oder einer Erkrankung auf Grund eines Gendefekts, benötigt man eine „weiterführende“ – eine langfristige – Reha mit möglichst früher Intervention – Early Intervention.
Formen der Zerebralparese
Von einer zerebralen Bewegungsstörung sind in Österreich etwa 6.000 Kinder betroffen. 4.000 in etwa von einer Zerebralparese, also von Geburt an, oder in den ersten zwei Jahren danach. Sie gilt als die häufigste Behinderung im Kindesalter. Etwa 3 von 1000 Kindern werden mit einer Zerebralparese geboren. In Österreich sind das pro Jahr zwischen 200 und 250 Kinder.
Früher noch in Hemi-, Tetra/Quadri-, Para- und Diparese bei unvollständiger Lähmung und -plegie bei vollständiger Lähmung unterschieden, unterteilt man heute nur noch in unilateral, wenn nur eine Körperhälfte betroffen ist und bilaterale Paresen, wenn beide Körperhälften betroffen sind.
Frühgeborene Kinder sind eher von einer bilateralen ICP betroffen, während reif geborene Kinder eher von einer unilateralen, einer Hemi-Parese betroffen sind.
CP wird typischerweise durch die beteiligten Bewegungsstörungen und die betroffenen Bereiche des Gehirns beschrieben. Die vier Haupttypen sind:
- Spastische Zerebralparese (ca 70%)
- Dyskinetische Zerebralparese (ca 6%)
- Ataktische Zerebralparese (ca 6%)
- Mix Zerebralparese
mehr dazu: Zerebralparese einfach erklärt
Wichtig: Die ersten 2-3 Jahre im Leben ihres Kindes mit ICP, Infantiler Cerebral Parese, sind entscheidend, denn in dieser Zeit ist das Gehirn ihres Kindes noch sehr neuroplastisch und bei intensivem Bewegungstraining in der Lage, verletzte Areale noch etwas auszugleichen. Fehlstellungen auf Grund von Nicht-Einsetzen der betroffenen Gliedmaßen können mit früher intensiver Therapie oft noch verhindert werden. Das nennt man Early Intervention.