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Wir haben eine Diagnose

Angebote und Hilfe für Eltern

Für Eltern, deren Kind eine Diagnose hat und die Unterstützung, Therapie und Reha suchen.

Üben daheim

Sie sind die Eltern, nicht die Therapeut:innen. Behalten Sie das immer im Auge. Ihr Kind muss sich darauf verlassen können.

Aber dennoch sind Sie für ein gutes Ergebnis dafür verantwortlich, dass bestimmte Übungen im Alltag wiederholt und damit trainiert werden. Sie als Eltern sind ein wesentlicher Bestandteil in der Therapie Ihres Kindes.

Beobachten Sie die Spiele in der Ergo- und Physiotherapie genau und wiederholen Sie diese Übungen daheim.

Für das Erlernen neuer Bewegungsmuster sind etwa 100 bis 300 Wiederholungen notwendig. Um eine falsche Bewegung zu korrigieren, sind oft deutlich mehr, also über 3000 Wiederholungen, nötig.

Legen Sie einfache Übungen fest, die Sie in den kommenden Wochen in den Alltag integrieren wollen. Z.B. Schraubbehälter öffnen, Hände über den Kopf heben, mit den Füßen etwas Anstupsen, je nach Bewegungsmöglichkeit Ihres Kindes. Auch ein Baby-Gebärdenzeichen, z.B. für Milch können geübt werden. Besonders Alltägliches kann eine gute Übung sein, z.B. Händewaschen, Zähneputzen, Kleidungsstücke an- und ausziehen, beim Spielzeug wegräumen helfen.

„Use it – or loose it“ Wenn Bewegungen nicht geübt werden, wird das Kind einen Alternative entwickeln und keinen Nutzen mehr im Erlernen erkennen.

Das Wachstum ihres Kindes arbeitet gegen Sie. Um Verkürzungen und Kontrakturen vorzubeugen, ist Botox und die rechtzeitige Versorgung von Orthesen ihre beste Option. Regelmäßiges Dehnen der spastischen Muskeln hat zwar keinen therapeutischen Effekt, gibt aber Aufschluss über die Beweglichkeit und eine Veränderung! Lassen Sie sich in der Physiotherapie das richtige Dehnen zeigen und machen Sie ein Ritual daraus. Z.B. jedes Mal beim Wickeln, oder in der Früh beim Anziehen und abends beim zu Bett gehen.

Auch die Zeit arbeitet gegen Sie, denn bei allen Kindern kommt der Punkt, an dem Sie einfach keine Lust mehr haben, an Therapien teilzunehmen. Dieser Wunsch nach Autonomie ist zu akzeptieren, auch wenn viele es später als junge Erwachsene bereuen. Sehen Sie die Zeit bis es so weit ist, als Bewegungskapital, das sie für Ihr Kind ansparen.

Bei Spastiken in den Beinen ist das Stehen sehr wichtig, um Hüftproblemen vorzubeugen. Sorgen Sie, wenn notwendig, rechtzeitig für eine Stehhilfe. Wenn ihr Kind gehen kann, sorgen Sie dafür, dass es oft bergauf geht, oder im Spiel Dinge schiebt, um die Wadenmuskulatur immer wieder zu dehnen. Besprechen Sie zeitnah eine Versorgung mit Orthesen, um Fehlstellungen wie einem Spitzfuß entgegenzuwirken.

Wenn ihr Kind eine Hemiparese, eine unvollständige Halbseitenlähmung hat, dann kann ein regelmäßiger AHA Test, ein standardisierter Test, der die Funktion der oberen Extremität misst, Aufschluss über eine mögliche Verbesserung oder Verschlechterung des Bewegungsumfangs geben. AHA Tests können von dafür zertifizierten Ergotherapeut:innen gemacht werden.

Eine frühe Unterstützung in der motorischen Entwicklung ist wichtig, insbesondere, da kognitive Entwicklung und Sprache mit motorischer Entwicklung einher gehen.

„No TV under three“ – bildschirmfrei bis drei. Versuchen Sie wenn möglich Bildschirmzeiten unter 3 Jahren gänzlich zu verhindern und ihr Kind so aktiv wie möglich einzubinden, um Aufmerksamkeit und soziale Verhaltensmuster zu fördern. Aktuelle MRT Studien an Kindern unter 6 Jahren in den USA weisen nach, dass intensive Handy und Tablet Nutzung eine Verringerung der sogenannten weißen Masse zur Folge haben kann. Lesen Sie hierzu die Brochure „Bildschirmfrei von 0-3“

Besprechen Sie mit ihren Ärzt:innen, ob eine Nahrungsergänzung von Vitamin B für die Gehirnentwicklung bei Ihrem Kind förderlich sein könnte.

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„Lernen findet dann statt, wenn es Spaß macht“